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Beklemmnisse   Hussam Naggar © 2018

Kantig entgegenkommend, wie in Panik versetzte Vögel, die Arme schützend davor. Spitzen auf mich zielend und ein in die Knochen fahrender Schreck. An der Klippe stehend, ein Nichts vor mir, bald ist es vorbei. Eine totale Negation der Weltexistenz. Leid ist aufdringlich nahe an der Kehle, ich denke an das Messer in der Küche; das mich überwältigende Leid geduldig aushalten und darben. Eine Dumpfheit spitzt sich zu … es doch nicht tun. Wage erinnere ich mich an eine Lebendigkeit, die im schwarzen Vergessen vergeht. Ein in Gedanken vollzogener Suizid hat erlösenden Charakter. Ein Nicht-Weiter-So. Die Entscheidung auf Messers Schneide. Ein menschlich nicht zu überbietender Einsatz. Ich kann mich noch gut an die Hitze dieses Tages erinnern, die Passagiere des Zuges wollten ihre Beine auf dem Bahnsteig vertreten. Die Feuerwehr legte eine Plane unter dem Bug der Lok des weißen ICE´s. Der Zug kollidierte auf freier Strecke mit einem Suizidanten und der Fahrzeugführer löste eine Notbremsung aus. Es war im Mai 1995, ich war unterwegs von K. nach T. zu der Beerdigung von P., einem sehr guten Freund aus der Schulzeit, er stürzte sich in L. willentlich vom vierten Stock eines Studentenheims. Dieses zusammenfallen beider Ereignisse nahm ich damals neutral zur Kenntnis, weil ich Mediziner war, aber hier kommt mir eine Aufforderung nahe, die sich mitteilen möchte, weil diese Ungeheuerlichkeit erst aus einer Jahrzehnte zurückliegenden Distanz sich Sprache verschafft. Wie ich erfahren habe, soll er kurz nach seinem Aufprall noch gelebt haben, er verstarb noch vor Ort. Ich lebte damals in K. und studierte Humanmedizin im vorklinischen Abschnitt. Mich erreichte die unglaubliche telefonische Nachricht von O., sie war früher in mich verliebt, an ihr probierte ich das Knutschen aus, aber ich mochte ihren Geruch nicht. O. litt an einer schwachen Form der Migräne und später erfuhr ich, dass ihr Bruder in S. Biochemie studierte, ich traf beide bei einer Geburtstagsfeier; dann lagen wir da, und wir dachten daran Zärte dem Anderen zu zeigen, worauf ihr Bruder es unterbinden wollte. Vielleicht wollte er kein Zeuge eines intimen Austauschs sein. Das widersprach einem platonischen Familiensinn. P. hatte es getan, das, an das viele mal so denken, vollzog er und stürzte sich zu Tode. Ich kam verspätet zu seiner Beerdigung, weil sich ein Mensch mit dem Zug, indem ich unterwegs war umbrachte. Ich wiederhole mich, weil ich nicht verstehe, und tauche in diese Verständnislosigkeit, um Licht in dieses Dunkel zu bringen. Ich differenziere und zerlege, ich analysiere ein verdorrtes Gemüt, das sich selbst zu tilgen wünscht. Der Zug fuhr nach der Vollbremsung in einen nahegelegenen Bahnhof, wahrscheinlich aus praktischen Gründen, um das polizeiliche Verfahren besser abwickeln zu können. Der weiße Bug des ICE´s wurde hochgeklappt und der sich darin verfangen und verwickelte Körper schwappte auf die Plane, die die Feuerwehr vorbereitet hatte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich absichtlich sehen wollte, was nach dem sogenannten Personenschaden vor sich ging. Ich bin, wie der im Märchen von „Einer der Auszog das Fürchten zu lernen“, ein Radikaler. Ich hörte beiläufig einem Gespräch zweier Reisender, die sich über das fehlende Augenmaß des Suizidanten beschwerten – seine gewählte Methode würde andere unnötigerweise mit in seine private Angelegenheit verwickeln und zu einer Verspätung des Zuges führen. Mich reizte das Medizinstudium, weil ich neugierig auf den Tod war. Ich glaube mittlerweile daran, dass jeder seinen Tod hat, dass es keinen allgemeingültigen Tod gibt. Es gibt nicht „Den Tod.“ O. rief mich an und sagte mir, dass P. sich getötet hatte. Ich studierte im zweiten Semester Medizin und traf auf meine erste Leiche im forensischen Institut der LMU, es war keine Pflichtvorlesung für mich, ich war neugierig auf das Ende der Erzählung und wie diese professionell zerlegt wird. Eine objektive Inbetrachtnahme und eine existenzielle Grenze, die alles in Frage stellt und das Lebensselbstverständnis unterhöhlt. Neugier ist ohne Skrupel. Als ich meine erste Leiche aufgebahrt im Hörsaal sah, konnte ich es zunächst nicht glauben, es stellte sich als unwirklich dar, weil mir Menschen bisher nur lebendig begegnet sind. In meiner Familie ist bisher niemand gestorben. Aber Moment mal, jetzt fällt mir ein, dass ich mit 16 Jahren in Mekka bei einer Pilgerfahrt in Saudi-Arabien einmal bei einer Beerdigung zugegen war. Ich marschierte dem mir unbekannten Leichnam hinterher, der rituellerweise erst um die Kaaba getragen wurde. Ich fühlte mich auf natürliche Weise mit den mir Fremden Verbunden. Ich kannte die Menschen nicht, und ging mit der Trauergemeinschaft zum Friedhof, dort wo alles in einer zivilisierten Ordnung endet. Hier darf man über das Unfassbare öffentlich verzweifeln. Diese Grenze neigt einem zur Demut, ich weinte damals mit den mir unbekannten Angehörigen. Ich umarmte unsere Trauer. Ich komme mir im Nachhinein, wie ein Schauspieler vor, der etwas Unehrliches getan hatte; aber so war es nicht, ich ließ mich von der Drastik anstecken, weil eine Berechtigung vor lag, sie war real und ich ließ mich von der Trauer anstecken. Ich tröstete mit meinen Armen und meiner Hoffnungslosigkeit meine Mitmenschen. Der Leichnam war nur in einem weißen Tuch gewickelt, im islamischen Beerdingungsritus ist es nicht üblich Särge zu verwenden. Das Erdgrab hatte mehrere Fächer auf denen bereits skelettierte Verstorbene lagen. Ein Mann stieg hinunter und man reichte ihm den starren Leichnam, den er vorsichtig in diesen Raum legte. Danach wurden Bretter auf das Loch gelegt und auf das Holz wurden geruchsbindende Pflanzen verstreut, die mit Erde bestreut wurden. Es war ein heißer Dezember Tag in Mekka, und es war ein heißer Maitag in T. , da, wo P. Beisetzung stattfand, und ich kam zu spät, weil ein Mensch sich gänzlich erniedrigt hatte und keinen anderen Ausweg kannte, als Hand an sich zu legen, ohne an die Behinderung des Reiseverkehrs zu denken, was den Reisenden missfiel – sie ließen sich eine derartig verzweifelte Lage nicht durch den Kopf gehen. Selbsterniedrigung kann oft als eine Folge von summierten Abfälligkeiten hervortreten, die unsere Mitmenschen uns entgegnen bringen. „Die Hölle, das sind die Anderen.“(1) Ich wollte mich einmal umbringen, vielleicht, weil ich so neugierig an der Grenze herumgefingert hatte, mich traf es selbst. Todessehnsüchtig und fixiert auf eine erlösende Leere. Ein abirrender Blick dazu, linkisch zu allem bereit, einmalig wie der Geburtstag. Ich kam verspätet und sah, dass Bekannte verstreut um das offene Grab von P. standen. Ein Drang sog mich zu einer Gruppe, als suchte ich einen lebendigen Beweis für den Tod, eine überzeugende Referenz gibt es aber erst, wenn ich nicht mehr bin. Ein Leichnam kann kein Nichts wahrnehmen, ein lebender auch nicht, mir bleibt als Platzhalter ein diffuses Grauen, eine Ungewissheit, von der ich meine zu wissen, dass sie eintreten wird. Ein Grauen zu bannen gibt eine Sicht frei auf ein Staunen, eine Unfassbarkeit, der man begegnen kann, ohne sich in Angst zu verlieren. Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.(2) Ich ging zum Grab und schaute ungläubig hinunter auf den mit unterschiedlichen Objekten belegten Sarg – ja, denke ich jetzt wehmütig, Blumen trösten ein wenig, sie heben die bleichen Gedanken auf und lassen einige Farbtupfer erstrahlen. Sie wiegen unsere Tränen. Ich hatte ein enganliegendes Sakko an, es hatte eine graue Farbe. Ich war in Hitze einbetoniert. Die meisten Trauergäste waren bereits zum Gottesdienst in eine Kirche gegangen, erfuhr ich. Als ich einige Monate früher meine erste Leiche sah, ich saß ungefähr zehn Meter entfernt im Hörsaal, sah ich sie sich an mich wenden, sie neigte den Kopf zu mir und schaute mich an. Meine Psyche korrigierte, das bisher für nicht möglich erachtete. Als wäre es widernatürlich sich mit einem leblosen Körper zu identifizieren, tut man es, widerstrebt etwas dieser leiblichen Analogie und eine vermeintliche Richtigstellung tritt ein. Ich widerlegte in einer Halluzination das unfassbar Hereinbrechende. Menschen sind Lebewesen, die sterblich sind. Das weiß jedes Kind, trotzdem bleibt eine stille nicht zu leugnende infantile Frömmigkeit, die vom Überlebenswillen stammt, ein Glaube, der mich einen Satz vollenden lässt. Ein animalischer Lebensinstinkt, der eine Hoffnung warm hält. Als mahnt uns Verlust und unsere Jämmerlichkeit angesichts unserer Gewissheit über den Tod zu Liebe und Demut. Aussichtslosigkeit bringt uns zusammen. Eine lange Umarmung. P. ließ in seinem Abschiedsbrief mitteilen, dass er sich als Begleitmusik zu seiner Trauerfeier das Requiem Adagio in G Minor von Tomaso Albinoni wünscht. Unterwegs zum Begräbnis machte ich mir leise Vorwürfe, dass ich ihn hätte vielleicht in seiner Verzweiflung retten können, indem ich zwischenzeitlich Kontakt mit ihm aufgenommen hätte. Ich hatte eine Beziehung zu seiner ehemaligen Freundin aufgenommen, sie hat das „Du“ so schön lang gezogen, wenn sie mich ansprach. Als zog sie es mit einem Widerhaken verführerisch in Zweifel. Erotische Bezüge sublimieren in geschwungener Weise, wir ahnen einander und kennen uns nicht, streifen an Gefühlen und verabschieden uns beiläufig - Ausdrücke zwischenmenschlicher Ungewissheiten. Sie hatte rabenschwarzes glattes Haar, jetzt muss ich an eine Pferdemähne denken. Einige Tage nach P.s Beerdigung besuchte ich seine Familie, ich schenkte ihnen einen reichlich gefüllten Obstkorb. Ich weiß noch, dass von Freunden der Vorwurf an seine Familie getragen wurde, dass der Vater, für manche absurderweise, den Abschiedsbrief unmittelbar nach dem Suizid in das Textprogramm seines Computers übertrug, und manche meinten, dass das rigide Festhalten der Familie am Katholizismus ihn zu dem ausweglosen Entschluss brachte. Aus dem Zusammenhang fallende Handlungen begleiten mitunter ein Verstehen der Wirklichkeit, ein Abschiedsbrief, letzte Worte als Erinnerung, er vergegenwärtigte sie für sich, er wog ihre Kostbarkeit und rekapitulierte die letzten Äußerungen, die er in seinen Computer übertrug. Als letztes Zeugnis des ewigen Abschieds, was er noch sagen, was zur Sprache kommen wollte, ein Impuls, der zu einem Fünkchen Verständnis beiträgt, ein Mitleid mit seiner Mutter und seinem Vater. P. und ich waren in der Oberstufe sehr gute Freunde, er spielte Querflöte und hängte seine mit Wachsfarben gemalten Bilder an Kleiderbügel auf. Wir sind immer wieder woanders, meinen uns zu kennen und ich mache hier aus ihm einen Text. Ich habe noch einige Filmaufnahmen von uns beiden: wir hatten beide schwarze Anzüge an, es war Hochsommer und wir befanden uns auf einem Feldweg und taten so als sängen wir zu der Musik der Beatles des Songs mit dem Titel „Help“. Die Musik spielte im Hintergrund, während die Videokamera uns im Bild hatte. Es war schwül und heiß, wir tauchten in verspielte Abwegigkeiten, Klamauk im Sonnenblumenfeld, duckten uns, versteckten uns, um beim Refrain gleichzeitig hinter einer Sonnenblume aufzuspringen. Auf dem Video sieht man, dass wir harmonieren, und uns albern mochten, wir rasteten in einem inszenierten Rahmen aus. Aus medizinischer Sicht ist der Tod eine sterile Feststellung, eine Tatsache mit wissenschaftlichen Zeichen, die beweiskräftige Indizien hat. Schweigsam einen Schlusspunkt setzen - Ableben ist alltäglich. Das stichhaltige, der Exitus, übermittelt den Angehörigen eine Wirklichkeit, die die Erfassung als Tatsache und Endgültigkeit erleichtert. In P. schlummerte ein Künstler, er legte Hand an sich, warum kann von mir aus nur spekuliert werden, sein Vater hat den Abschiedsbrief nicht herausgegeben, ich fragte dann auch nicht weiter, ob der familiäre Katholizismus bei der Verzweiflungstat eine Rolle gespielt hat. Mir fehlen die Informationen, um darüber zu urteilen, warum er Suizid begangen hat. Ich kann mich in Vorstellung an seiner Statt, an meine existenziellen Krisen erinnern, ich wollte mich schon mehrere Male umbringen, ich war kurz davor und war auch entschlossen, nur, dass ich nicht entschlossen und willens genug war, ich konnte es nicht übers Herz bringen, irgendwie war eine untergründige Selbstliebe stärker, ich trudelte in einer abwägenden Ambivalenz, die es enttäuscht von sich selbst nicht bis zur Tat brachte, damals, es war tiefe Nacht, ich erinnere mich, war ich nachts in einer hochpsychotischen Bewusstseinsverfassung in einem fast leeren Zug von B. nach M, als der Schaffner zu mir trat, bat ich ihn mich zu töten, weil ich es selbst nicht konnte – er leitete daraufhin beschützend, ohne meines Wissens vernünftige Maßnahmen ein, die zu einer Einweisung in die geschlossene Station einer Psychiatrie führte. Es ist eine äußerst verengte Sichtweise, die in solchen Augenblicken eine finale Handlung verwirklichen kann. Selten ist es eine überlegte Tat, ein Freitod, den es auch geben mag. Mir geht es um Steigerung und Zuspitzung einer Krise, zu einem unvorstellbaren Grauen, die Empathiefähigkeit ausreizt, um annäherungsweise eine extrem existenzielle Verfasstheit darzustellen. Am Abgrund stehen und mit dem Gedanken spielen… In einem extremen Leid von Gefühlsabwesenheit, in einer endogenen Depression gefangen sein, es herrscht ein Gefühl der Gefühllosigkeit, in die sich ein Armseeliger oder eine Armseelige bleiern verfangen hat, und gerade noch den Antrieb aufbringt sich zu richten, dieses hier und jetzt nicht mehr zu wollen. Die Kunst das Leiden zu bannen, über eine feststellende Fixation, zum Leben zu verhelfen. Mein Spiel mit vollen Einsatz: Ich im Wahnsinn verfangen, und habe mich selbst für den inkarnierten Teufel gehalten, der nicht weiter leben darf, weil er Böse ist, das war mein Wahninhalt bei der Zugfahrt – ich konnte mich aber nicht töten, ich hatte noch Angst, naheliegende Angst vor mir selbst, ich war Angst, die es nicht auf die Reihe brachte sich zu vernichten, der Wille wollte nicht mehr, die Lebensgier verlangte nach einer Umkehrung, diese Umkehr ist scheinbar widernatürlich, eine Zuspitzung der Abwendung vom Selbstverständnis, ein Wille, der sich selbst nicht will. Aufs äußerste Umnachtet finde ich mich jetzt interessant, und trage gerne zur Unterhaltung bei, aber gleichzeitig erstirbt mir meine Lache im Hals. Psyche als paradoxer Tatort. Es war heiß, mir wird kalt bei dieser Endgültigkeit, weil P. für immer Tod bleiben wird. Ich bin nicht traurig darüber, es ist ein Element des Wissens in meiner Biographie, es ist eher ein Stich zum Leben, ein überlebenswichtiges Antidot für verzweifelte Situationen. Ein resigniertes Weltende, das welken lässt. Blumen aufn´ Grab. Ich glaube es war ein Tag nach der Beerdigung, da traf ich seine Mutter und seine Schwester an seinem Grab, und die Rasenflächen waren vor kurzem abgemäht worden. Andächtig betete P.s Mutter, während seine Schwester, ein halbes Kind, leicht und unbekümmert dem aufkommenden Wind vertrocknetes Gras spielerisch hinstreute und lebensfroh ein Rad schlug. Sie löste spielerisch das ihr Aufgegebene. Eine Vorwegnahme der Bitterkeit, so tun als hätte man ins Gras gebissen, ein Bericht vom Grauen, ein Bild des Schreckens durchwirkt mich und ist Teil von mir, in einer präsenten Schicht sicher verwahrt, mit einem Etikett versehen und archiviert, Horror der haltlos tobte, ein stiller Schrei, ein unbezähmbarer Dämon. Beiläufig wird gesagt: ich rauche noch eine und sterben muss ja jeder. Ein kachektischer Patient, dem ein chirurgischer Eingriff bevorstand, ihm sollte unter Umgehung seiner Speiseröhre eine künstliche Passage zu seinem Magen gelegt werden, weil er nicht mehr auf natürlichem Wege essen konnte – aufgrund überwuchernder Metastasen. Ich begegnete ihm unvorbereitet, es war vor 19 Jahren, während meiner praktischen Ausbildung, und er flehte nach einer Gewissheit, die ich ihm nicht bieten konnte, er sehnte sich nach dem Ende, ohne es selbst herbeirufen zu können. Dann sagte er mir noch, dass er ein angesehener Fotoreporter war. Er war noch jemand, dessen momentanes Selbstbild aus der Vergangenheit ihn ein Jemand ließ, der Sterblichkeit so nicht kannte. Er fragte mich flehend: „Wann ist es endlich zu Ende?“ Dieser Vorfall tut mir für diesen Menschen heute noch leid, ich konnte ihn nicht trösten. Ich konnte mich nicht in ihn versetzen. Sein jämmerliches Flehen - er schmorte in der Hölle. Ralfs Wunschrequiem wirkte ein bisschen tröstlich. Es übertrug den Bruch in die Breite, auf eine Ungeheuerlichkeit wurde Bezug genommen, er tröstete uns über seinen mutwilligen Sturz hinweg. P. hatte beim Verfassen seines Abschiedsbriefs an seine Lieben gedacht, ich glaube, dass er Vorsorge treffen wollte, eine Vorwegnahme der Trauer und vielleicht eine Entschuldigung, dass er es gewagt hatte. Sein Kalkül überdauert ihn. Er hat sich einfach aus dem Staub gemacht; und lässt mich dieses hier schreiben. Der Stoff seines Sakkos sog die Tränen auf. Eine Art Spalier bildete sich um die aus der Kirche herauskommenden Familienmitglieder, als wären sie unerwünscht und abgesondert fühlte ich mich zu Ralfs Vater hingezogen und ging rasch zu ihm und umarmte ihn; indem er mir Worte mitteilte, die in Erinnerung als tröstlich aufblitzen, reihte er das Unglück begrifflich ein. Das Wissen von meinem eigenen Tod hat einen punktuellen Charakter: als ich im Jahr 2003 mit überhöhter Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn in Höhe von Bayreuth ins Schleudern kam, dachte ich nur noch, das ist mein Ende, eine mechanische Vorwegnahme, kein Grauen oder Panik, sondern ein simpler Einfall, der eine unmittelbar pragmatische Reaktion hervorrief, ich legte eine Vollbremsung ein und stieß nur gegen die Leitplanke und blieb unverletzt. Ralfs Vater tröstete mich damals, und half sich glaube ich auch ein wenig selbst. Vorsichtig horchen, eine Sicht nach innen, um das Bittere mitzuteilen, der Kerbe Geltung zu verschaffen, die Wunde ausbluten – das ist das mindeste, was uns zusteht. Zeige Deine Wunden. (3) Eine demonstrative Waghalsigkeit auf Teufel-komm-raus. Abgrundtiefe Gedanken eröffnen eine leere Sicht, eine Steinwüste ohne Zeugen, die Angst vor der Auslöschung überwinden, Leere zu Fülle. Nichts von heilig. Nichts. Eine rigide Leichenstarre, das harte und steife Muskelsystem wirkt belebend, eine physische Syntheseleistung, eine Umkehr vom Körperlichen auf die Erkenntnis einer intuitiven Leere. Gift für sympathische Mitwesen wirkt erquickend. P.s Vater ging stelzend aus der Kirche - ich wollte ihn auftauen. In seinem Starren Gang verbarg er den Leichnam seines Sohnes, ein Lebensrest eingezwängt in den Anstand des zu vollziehenden Rituals. Eine hilfreiche Übergangsform. Als Abwesender kam P. zur Geltung und entließ uns in einer eingerahmten Leere. Sprache, als das, was vom Lebendigen übrig bleibt. Surrogate, die spekulativ über den Riss hinweghelfen, und eine Abwesenheit geisterhaft immer wieder beschwören. Ich bin in Sprache hineingeboren. Donnerndes Schweigen bei einer Beisetzung, meine unverhohlene Neugier wird erfüllt, einhelliges Einverständnis auf ein Nichts, ein gemeinsames stilles Ehren einer Gedankenleere, den abgrundtiefen Auslassungen einen Freiraum gewähren. Jahrtausende länger als eine Schweigeminute. Man prostet sich beim Leichenschmaus munter zu, die Überlebenden haben Recht. Träume in schwarzen Kunstharz. Sich an die Lieben rächen, sich vorweg vorstellen, dass sie sich Vorwürfe machen werden, eine symbolische Infektion, ich tische euch meinen Körper auf. Ein Vorwurf, achtsam mit der Sprache umzugehen. P. hängte seine Bilder an Kleiderbügel, ein Rot kontrastiert ein Gelb, es schimmert, Wachsfarbe glänzt. Sind Tote in einer speziellen Form nachtragend? Sie hinterlassen einen Schimmer, eine Überlegung, die man zu Protokoll geben will, ich archiviere in die Zukunft, und stelle Wissen her, das über Leichen gegangen ist. Er bot sich mir selbst an. Erinnerungsbilder sich zu Recht rufen, eine Kopie einer im Augenblick gegenwärtigen Einbildung aufschreiben, und die individuellen Nuancen des Verstorbenen hervorheben. Als wirkte der Hilfeschrei der Beatles: „Help!“ nach. Eine Mahnung behände mit einander umzugehen. Zwei Anzüge berührten sich. Kontrast. Ich habe ihn ganz still in Erinnerung diesen Vater, der in eine Gang-Handlung gegossene. Meiner Jämmerlichkeit gab er eine Form, er trat aus der Kirche, half mir hoch und half sich selbst. Ein Mann, der, wie ein Fels in der Brandung stand, undurchschaubarer Körper. Wenn Liebe sterben, tauchen sie als ein Liebesgefühl in Träumen wieder auf. Als Kind habe ich mit meinen Freunden oft Krieg gespielt, das Spiel wurde unbemerkt zum Ernst, als ich mich mit der gegenwärtigen politischen Situation, die in Syrien damals herrschte identifizierte. Ich erinnere mich, dass mein Vater oft von der Gewaltherrschaft des Regimes erzählte. Je öfter er vom verhassten Präsidenten berichtete, desto größer wurden meine Sympathien mit der Heldenhaftigkeit der Rede meines Vaters. Mein Wunsch war es einen Beitrag und eine Rolle in seiner Erzählung auszumachen, ich wollte gerne bei dem Krieg mitmachen, weil ich seinen Groll dämpfen wollte. Meine Eibildungskraft katapultierte mich zu einem Akteur, der mit dem Risiko der eigenen Auslöschung den Präsidenten liquidiert. Damals träumte ich des Öfteren von Bildern, die eindringlich spürbar im Traum einen Einschuss in meinen Rücken wiedergaben. Wie in Butter, kein Schmerz. Ich kokettierte aber nicht mit der Belohnung aufs Paradies, das einen gefallenen Dschihadisten empfängt. Diese Lüge kannte ich noch nicht. In bewegten Bildern setzte ich, als Siebenjähriger träumend mein Leben aufs Spiel, um die Probleme der Erwachsenen zu lösen; ich bewunderte meinen Vater und wollte, dass seinen Worten meine Taten folgten. Ich wünschte mir, dass er nicht mehr derartig wütend ist, ich wollte ihm gut tun. Als unser Haus 1977 von Militärs nach Waffen durchsucht wurde, konnte ich meine Heldenhaftigkeit unter Beweis stellen. Nach Beendigung der Razzia gingen die Soldaten zu einem am Ende der Straße postierten Panzer. Ich beobachtete. Ich beobachte und starre schon immer Löcher in die Luft, ich zersetze mich selbst, um zu verstehen, wie ich funktioniere, ein unbedingter Drang aus Neugier. Der Panzer setzte sich in Bewegung. Standhaft, wie ich meinen Vater damals sah, hatte ich den Einfall meine Stellung am Straßenrand zu halten, um physisch Widerstand zu demonstrieren, während das Ungetüm aus Eisen an mir vorbeifuhr. Der Panzer näherte sich mit einer Steigerung der Lautstärke. Trotz aufsteigender Angst, forderte ich von mir Standhaftigkeit. Ich wollte der Sprache meines Vaters Rechnung tragen. Das heranbrausende Gerassel auf der Straße überragte meine Wenigkeit, ich war nicht Roh genug für die Front, ich spielte Härte und erschoss beim Kriegsspielen meinen Freund, sie standen ja wieder auf. Hier war das Spiel aus. Aus meinen Träumen erwachte ich unverletzt, trotzdem ich mein Leben geopfert hatte, ich starb verschwitzt für eine Idee. Für den wirklichen Dienst an der Waffe, war ich nicht tauglich. Ich war auf der Flucht, getrieben von Angst war der finale Treffer kein Grund zu sterben, ich spiele gerne mit meinem Leben, es gewinnt an Vielfalt, eine Ausweitung der Möglichkeiten. Eine Vermengung von Spiel und Ernst. Ein Einsatz, der sich scheinbar lohnt, ich kenne mich nicht anders, vom Wandel der Worte zum Stillstand im Bild. Wagemutiger Charakterzug. Von der Übermacht der Phantasie, die mich ungefragt einholte und mich nun schriftlich niederstreckt. Ich, als sieben jähriger bin am laut vorbeifahrenden Panzer nicht stehen geblieben, ich rannte damals zum Hauseingang und drehte mich zur Straße um, ich weiß heute nicht, ob der Panzer vorbeifuhr oder nicht, weil an dieser Stelle ein Schnitt als Schreck im Erinnerungsbild herrscht. Knochenhaut. Ich sehe mich aus einer Perspektive von oben, wie ich mich umwende, wie ich nicht aufhören konnte neugierig diese Welt zu beobachten. Mein Grund mich mitzuteilen und von Beobachtungen zu berichten steigert im Moment meine einsame Verlassenheit, Zeuge von Unerhörten Brüchen, eine spannende Wunde gibt sich Preis und ich gebe einige Wörter zu Protokoll, als wächst Sprache aus einer Abwesenheit und einem Mangel, aus einem Riss, aus einer Behinderung reibungslosen und geglückten Lebens. Ich lebe heutzutage oft in Erwartung einer Katastrophe, eine Ungewissheit, die aus der Sprache ausbricht, und gleichzeitig wieder zu neuer Sprache sich wandelt. Ich schaue, ob der Panzer vorbeifährt. Was steht in dieser Kunst auf dem Spiel? Es geht um Alles. Eine Lust an Sprache, verfänglich und wirksam. Lebensfroh mit Gedankensprüngen. Ein Leiden vervielfachen, im Krieg des Ausdrucks. Ich kenne nur Konflikte. (4) In Widerspruch zu seiner bevorstehenden Abwesenheit hinterließ er einen Brief. Ich löse mich immer wieder auf und verabschiede mich von meiner Sprache. Habe hier beim Schreiben das Gefühl, dass eine Unmittelbarkeit sich Ausdruck verschafft. Ein Abschied von P.s Leichenstarre. Tote melden sich zurück, etwas Siechendes, nur noch vegetierendes und jämmerliches tritt hervor. Scheinbar kennt jeder das Ende und doch verderben so viele dabei. Fremden Menschen flöße ich, ohne dass ich es beabsichtige Furcht ein. Gezeichnet vom widerholten Aufbäumen, gebe ich Kunde vom gedanklichen Widerstreit und dem Krieg der Sprache. Meine Augen starren in Augen. Es bereitet Lust zu leiden und dessen Abbild in Person zu sein. Ich kenne meinen Blick anders, als meine Mitmenschen, die etwas aufgesetzt forderndes vermuten, als zielte ich mit einer Waffe auf sie. Ich kenne wenig Nähe im Blickkontakt, ich finde Nähe im Sprechen, in einem akustischen hin und her von Luftwellen. Wellen. Denken weicht meinem Blick aus, das, was ich mit den Augen versuche zu fixieren ist sprachlich abirrend. Mich kleidet man in Worte, darin fühle ich mich weich. Tastsprünge sind in den Pausen zu spüren, tröstlicher Worthauch pflanzt sich fort, eine Kunde, die ich mitteilen mag, um Frakturen vorzubeugen. Kunst schützt. Ein Einbruch von Realität und sich freihändig einer Philosophie aussetzen. Von ungefähr muntern mich Lebensgeister auf und ich folge nicht mehr dem dunklen Flehen nach Auslöschung. Das Pflegepersonal schützt sich oftmals mit zynischen Abwendungen, das hindert sie aber nicht zu guter Pflege. Du ekelst nur noch an. Wer hat, dem wird gegeben und wer nicht hat, dem wird auch das genommen. Die Frontverschalung des ICE´s wurde hochgeklappt und auf die Plane quoll eine Fleischmasse, ich war circa 30 Meter von der Stelle entfernt und wendete den Blick nicht ab, als könnte mich ein Bild nicht berühren, derartig anders bin ich. Ich lass in mir Effekte hausieren, erprobe den Katastrophenfall und im Nachhinein erzähle ich darüber. Die Beobachtung verselbstständigt sich, es kommt zu einer Anverwandlung, die von überzeugender Identifikation strotzt, Metamorphosen einer illusionären Ichvorstellung, eine Entäußerung von Bedeutungen, eine Wiedergabe von Impulsen, die sich Ausdruck verschaffen, die mit mir zusammenfallen, das Ich ist ein Willensimpuls, eine Eins-zu-Eins Übermittlung zu einem Begriff - zu einer Äußerung. Brüche lassen Angstblüten (5) sprießen. Gedanken treten aus Rissen hervor, vielleicht um eine Notiz eines falschen Selbstverständnisses anzeigen zu lassen. Der Mensch als leidende Materie, der zu einer alles befreienden Unbelebtheit neigt. Resignation und letzter Wille. Ich lebe in Erwartung einer Katastrophe, ich lebe auch in ort-und zeitlosen Idyllen, was etwas ganz Bezauberndes hat, derartig verwunschen, throne ich über mein Reich, nichts kann mir etwas anhaben, keine Zweifel splittern mich, alles ist perfekt, ähnlich märchenhaft, wie die Versprechen der Kindheit, eine verwunschene Erfüllung und ich schreibe darüber. Eine gedämpfte weiche Atmosphäre, die mit einem schwebenden Lächeln zu Tage tritt, ein behütender Schutzraum, wo eine Freude lebendig tagt. High sein. Wandel als Gewissheit. Amplituden, die ich zu Protokoll gebe. Ich schwebe oftmals über den Dingen, und habe mich im Wahrscheinlichen eingerichtet, so flaniere ich langsam auf der Erde, unbedenklich und leicht. Der Leichtsinn des Südens, eine gepflegte und aristokratische Oberflächlichkeit, die auf Errungenschaften fußt, die die Endlichkeit als eine sprachliche Möglichkeit enttarnt. Den Ernstfall durchgespielt, mir wiederfuhr oftmals erhaben Schreckliches, in Manövern erprobt, denken bis zur Aporie. Auf der Suche verflüchtigt sich erleichternd ein Grübeln von selbst, ich habe mich nicht gefunden, und finde ein sistieren der Suche, die nach dem letzten Denkglied eine Leere entdeckt. Ich staune, dass dort, wo ich immer wieder hingelange nichts ist. Sterben wird zu einem von einem Ast herabfallenden Blatt, ein minimaler Hauch, versöhnlich und einfach, kein rigider Überlebenskampf. Eine Entkopplung vom beharrlichen Willen, eine erleichternde Verflüchtigung, ohne viel Aufhebens. Keiner hört zu - wie erleichternd es sein kann nur zu den Wänden zu sprechen. Bedeutung plustert auf, und lässt mich Beharren, festigt meinen Stand, der erstarren lässt, weil ich so viel fixiert habe, mich aber bindet und nicht befreit. Die Auflösung eines Sinnbestrebens, das Hintergehen von Zusammenhangsbehauptungen, weil Vereinzelungen dem Freiheitsbestreben am meisten entsprechen. Die Befreiung des Ausdrucks vom Zwang des Sinn.(6) Entkoppelt und schwebend, verwunschen und spekulativ, die Welt verwundert beobachten, staunend dem Vergehen beiwohnen. Ich mache oft die plötzliche Erfahrung über die sich wiederholende Verwunderung, dass die Welt überhaupt da ist. Ein sogenanntes „Jamais-vu“. Ist das eine sichere Behauptung, gibt es Welt definitiv, weil ich mich des Öfteren im Zustand einer flirrenden Scheinannahme befinde, etwas Unwirkliches, das gleichzeitig ist und wider auch nicht, scheinbar, ein Widerspruch zum Identitätssatz. Ich bin ein Schein, auf den sich niemand beziehen kann, Sein als Erscheinung, die zwischen Statik und Schein wechselt und nicht zu bannen ist. Ein ungeahnter Zauber der Faktizität. Wenn ich derartig irritiert bin, genieße ich diese Aussicht und brauche keine Kunst herzustellen, weil die Realität mich verzaubert zurücklässt, ein ungeheuerliches Spektakel im Gewöhnlichen. Es bringt sich selbst aus einer Leere hervor, eine widerkehrende Setzung, die unverstanden einfach immer wieder verblüfft. Auslassungen erfreuen als Inseln von Freude, ungebunden, ohne Geschichte oder Herkunft. Es ist eine verrückte Weisheit im Spiel, ein Tanz von Singularitäten. Brüche, Schnitte fallen ins Gewöhnliche, im Laufe meines Lebens wirken sie aber nicht derartig drastisch, dass sie in Verzweiflung münden, ein punktueller Riss und ich merke auf, fokussiere und beobachte erwartungsgespannt auf das nächste Vorkommnis, eine Präsens mit weitem Radius. Eine befreiende Aussicht auf einem Bergsee. Ein Wechsel zum Fragmentarischen, ein Bröckeln der Idylle, ich hatte mich eingerichtet, eine Enge und das Visuelle fällt schlagartig von der dritten Dimension in ein flaches Bild, Scherben die nichts ergeben und für sich einzeln stehen, ein Verlust von Einheit, es fällt mir schwer meinem Willen zu folgen, weil kein Anhaltspunkt sich bietet, bin nicht mehr zurechnungsfähig, zerstreut und fühle mich reduziert und innerlich beengt. Beklemmnisse. Kantig entgegenkommend, wie in Panik versetzte Vögel, die Arme schützend davor. Ich habe Angst und es schnürt mir die Kehle zu. Ich will nur noch ins Bett und die Decke über mich ziehen. Auf dem Weg sehe ich Passanten an mir vorbeigehen, mir fallen an ihren Blicken die abirrenden Augenpaare, als wollten sie mich hintergehen, weil sie meinen Blick nicht vertraulich erwidern. Sollte ich sie kitzeln? Oder, die junge Frau vor mir im Supermarkt, mich reizte der Flaum an ihrem Nacken und ich spielte mit dem Gedanken ihn an zu pusten. Auf einer Schnee-Fläche eine Schar Krähen, ich hebe meine Arme in die Höhe, schreie sie an und verscheuche sie. Keine Manieren der Junge, bringt sich einfach um. Eine Hummel fliegt vorbei. Warum geht man so gerne beim Telefonieren umher? Es ist eine merkwürdige Angelegenheit ein Zeuge zu sein, Ausmalungen kommen in den Sinn – einem gelingen leicht Sprünge mit seinem Springrock.  

(1) Jean-Paul Sartre  
(2) Ingeborg Bachmann  
(3) Joseph Beuys  
(4) Heiner Müller  
(5) Martin Walser  
(6) Christoph Schlingensief
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