impleage 0178510
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Der Hundebesitzer trägt seinen Hund im Treppenhaus immer auf den Armen, vermutlich weil der Probleme beim Treppensteigen hat

Der Hundebesitzer trägt seinen Hund im Treppenhaus immer auf den Armen, vermutlich weil der Probleme beim Treppensteigen hat. Entschuldigen sie mich also, junge Frau. Panik und Aufregung verstellen nur den Blick für das Wesentliche. Das einzige was ich tun kann ist, daß ich ihnen abermals versichere, daß es sich um eine hochbrisante Geschichte handelt. Zum Beispiel, daß da die Umstände sind. Vater ist tot, sagt Katja nun und so sprechen sie über Töpfe. Endlich konnte er zum Telefon und seine Frau anrufen. Da bin ich hergegangen und habe mir die simple und einfache Frage gestellt, wie diese Leute denn dorthin gekommen sind. Vorallem, wenn das Dorf in einem Mittelgebirge steht. Zumeist hält er sich bezüglich der Brot- und Brötchenkrumen allerdings an seine über die vielen Jahre gewonnene Erfahrung. Sie mieden die üblichen Treffpunkte, die Mädchentoilette in Block C oder den oberen Pausenhof, und verbrachten die zwanzig Minuten der großen Pause zumeist an der alten Turnhalle. Etwas traf mein Gesicht. Ich muß jetzt los, wir wollen ins Kino. Sie haben sicherlich den Aushang im Treppenhaus gelesen. Und, wissen Sie! Die Deutschen haben über alles und jedes Buch geführt und genauestens notiert. Außenklo und Campingdusche in der Küche. Auf der anderen Seite einer dieser Berliner Blöcke zu sein, bedeutete in einer anderen Welt zu sein. Mit einem Mal war ihr schwindlig. Sein Sohn schrieb nicht gern, auch er hatte bald geheiratet und es ging ihm gut. Daß diese Dame also laut wird, das ist nichts Neues. Er hatte sich selten gefallen, jetzt hingegen sah er unerträglich aus. Ich schaute mal in diese, dann, ein Stockwerk höher, in jene Tür. Ich habe gesagt, daß das etwas ist, wo man etwas drauflegen kann, damit es nicht zu Boden fällt, beispielsweise auch seine Füße. Klein von Gestalt, ja eher zierlich und in seiner Haltung leicht gebückt, gehörte Herr Anatol eher zu den Menschen die man ohne weiteres übersah. Meine erster Impuls war, irgendwie nach unten auf den Grund des Trichters zu gelangen. Nachfolgend kommt es zu mehreren Telefonaten, in dem sie dem Vater klarzumachen versucht, daß sie in der neuen Wohnung ihren vielen Sachen wegen nicht wohnen kann. Nie wieder hat sich mir etwas so schönes gezeigt wie dieses Land. Nun hat er aber offensichtlich nicht die Gehplatten vor dem Haus damit saubergemacht, sondern er muß direkt damit in das Haus hineingegangen sein; anders läßt sich das nicht erklären. Jedenfalls gab sich Frau Müller-Blank schon seit Jahren keine Mühe mehr und jeder ihrer Schüler mußte die selben Stücke lernen. Dass da etwas explodiert war, sah man auch ohne dass man die Worte verstand. Was ihre Körperpflege oder den Zustand ihrer Kleidung betraf, so war sie darin zunehmend nachlässiger geworden, bisdaß sie jegliche Sorgfalt, ihr Äußeres betreffend, schließlich ganz unterlassen hatte. Man könne nicht darüber, sagten meine Eltern, weder hat jemals jemand den Zaun überwunden noch habe es jemand versucht. Aber du rufst doch sonst nicht an, und ich dachte schon. Karrer und ich hatten uns aus den Augen verloren. Mit der Begründung jedenfalls, dass es Sommer gewesen sei, dass das Leben zu dieser Zeit etwas Leichtes habe, dass man einerseits gemobbt und dass es andererseits der wachen Augen eines Fremden bedürfe, der eigentlich nach Berlin wollte, war nichts gewonnen. Längst schon hatte ich nicht mehr gewußt, wo ich bin. Zum Beispiel, dass man noch viel umständlicher werden müßte, um auch nur ansatzweise etwas dieser Umstände wieder loszuwerden.

(c) Andrasch Migar, Auszug A0
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