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Klima und Politik

Es ist lukrativer die Katastrophe zu verwalten, anstatt sie zu verhindern. Leider. Es gibt kein Umdenken. Die deutschen Parteien sind echte Nullnummern. Was die CDU und die SPD mit ihrem Klimapaket verabschiedet haben, ist hochgradig peinlich. Selbst den Grünen mit ihrer Forderung einer stärkeren CO2-Bepreisung fällt nicht wirklich etwas ein. Sie sind mittlerweile genauso monetär ausgerichtet, wie alle anderen etablierten Parteien. Ebenso die FDP, die Partei der Unternehmer und der Lukrativität, koste es, was es wolle. Und die LINKEN, deren einzige politische Idee in einer Umverteilung besteht, bei der die Lasten für die Umwelt in der Summe gleich bleiben. Und AfD = Kloakenpartei, auferstanden aus Ruinen und gewählt von Leuten, denen doch eigentlich mehr zuzutrauen gewesen wäre, bei ihrer Sozialisation. Stattdessen dieser Stumpfsinn überall. Verteilungsstumpfsinn und Angst. Es funktioniert nicht. Wir können unsere Lebensweise so nicht beibehalten. Unsere Lebensweise basiert auf einer massiven Ausbeutung der Umwelt. Jährlich werden in Deutschland Millionen von Wegwerfautos produziert und in alle Welt geliefert. Ca. 1,8 Millionen Arbeitsplätze hängen allein an der Automobilindustrie, jeder vierte Euro kommt aus ihr. Was also tut eine Kanzlerin, wenn sie sich einerseits an Klimaziele halten und andererseits den Konsumstream der systemrelevanten Automobilindustrie nicht abschneiden will, der vor allem aus leistungsstarken SUV's besteht? Sie fördert Hybrid-SUV's, also eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsantrieb, obwohl bereits seit Jahren aus England und den Niederlanden bekannt ist, dass die von den Automobilherstellern angegebenen Verbrauchswerte betrügerisch geschönt werden. Angegebener Verbrauch pro 100 Kilometer: 2,7 Liter, tatsächlicher Verbrauch: 8 bis 14 Liter pro 100 Kilometer. Da aber nur der angegebene Verbrauch und nicht der tatsächliche Verbrauch in die CO2-Bilanz der Autohersteller eingerechnet wird, so können diese ihre Vorgaben erreichen und unverändert weiter ihren Müll produzieren. Eben noch der Diesel-Skandal, nun der nächste Betrug. Die zugrundeliegenden Muster sind immer dieselben. Es ist ganz gleich, wohin man schaut, es sind immer wieder die exakt selben Muster. Es geht immer nur um kurzfristige Lukrativität. Eine intakte Umwelt ist nicht lukrativ. Nachhaltigkeit ist nicht lukrativ. Was gebraucht wird, was gewollt ist, ist der Gewinn und nur dieser. Denn dieser Gewinn ist der halbwegs verlässliche politische Garant für 'sozialen Frieden'. Der 'soziale Frieden' ist dann gegeben, wenn alle ihr Auskommen haben. Es geht ausnahmslos darum, dieses Auskommen sicherzustellen, denn alles andere käme einer sozialen Katastrophe gleich, die zu einer Destabilisierung des Staates führen würde. Daher geht und ging es nie darum, ob Menschen sich ihrer natürlichen Umwelt gegenüber angepasst verhalten, sondern immer nur darum, inwieweit man diese Umwelt zu einer Gewinnsteigerung in den gesellschaftlich relevanten Bereichen heranziehen kann. Die Naturausbeutung ist systemimmanent und mit ihr aufzuhören, käme einem Systemverlust gleich. Als die Dampfmaschine erfunden wurde, wuchs der Energie- und Ressourcenbedarf exorbitant an. Eine stetig wachsende Kurve während der Industrialisierung, die einen weiteren Knick nach oben nahm, als der Ottomotor erfunden wurde. Mit der digitalen Revolution ein ebensolcher Knick nach oben. Als es im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends zu zwei Wirtschaftskrisen kam, hörte man verschiedentlich die Appelle, dass es nun etwas der 'digitalen Revolution' Vergleichbares bräuchte, also der Wunsch nach einem 'neuen Schub', der eine erneute wirtschaftliche Dynamik entfacht. Die erneute wirtschaftliche Dynamik, die Zuwachsraten, die Arbeitslosenzahlen, die Geschäftsindizes, das sind die politisch relevanten Größen und nicht, ob irgendwo weit weg ein Urwald brennt. Egal aber, wie diese 'Schübe' auch ausfallen, sie korrelieren immer mit einem weiteren Raubbau an der Natur. Und wer sich an diesem Raubbau nicht beteiligt, hat das Nachsehen. Es gilt das Himmel und Hölle Prinzip. Erschaffe den Himmel im eigenen Land, dann interessiert niemanden die Hölle, die dafür anderswo entstanden ist. Unsere Mehrung ist deren Verlust. Seit bald dreihundert Jahren lebt die westliche Welt nach diesem Prinzip. Die USA als Zentrum dieser Welt macht seit Ende des Zweiten Weltkrieg nichts anderes, als die geopolitischen Bedingungen dafür herzustellen, dieses Prinzip weiter praktizieren zu können. Und Europa partizipierte und partizipiert an dieser Schweinerei von Anfang an. Die westliche Lebensweise lässt sich dadurch charakterisieren, dass sie nicht von dem lebt, was ihr zur Verfügung steht, sondern von dem, was sie sich anderwo besorgen muss. Nun aber, wo die dadurch entstandene Hölle anderswo in Form von Flüchtlingen nach Europa drängt, macht Europa zu und investiert Milliarden in die Grenzsicherung und entwickelt immer perfidere Varianten, diese Menschen fernzuhalten. Selbst Satelliten werden dafür ins All geschossen. Nicht mal ein Minimum an Schneit bringt die deutsche Regierung auf, wenn es darum ginge einige deutsche Schiffe zur Lebensrettung ins Mittelmeer zu schicken oder deutsche oder europäische NGO's dabei zu unterstützen. Stattdessen schlägt Frau Kramp-Karrenbauer lieber vor, die Auslandspräsenz der Bundeswehr zu verstärken und zu erweitern, um eben weiterhin jenes Himmel und Hölle Prinzip zu stabilisieren. Lang schon denkt wahrscheinlich niemand mehr daran, dass die Bundeswehr eine Verteidigungsarmee ist und dass ein 'Verteidigungsfall' eigentlich eine sehr klar definierbare 'Sache' ist, nämlich dann, wenn ein Aggressor gewaltsam ins deutsche Hoheitsgebiet vordringt oder in die Hoheitsgebiete der verbündeten Nato-Staaten. Kaum jemand störte sich nach dem 11. September 2001 an der Umdeutung George W. Bushs, als dieser plötzlich davon sprach, die USA nun im Ausland verteidigen zu wollen. Eine solche Rechtfertigung war wahrscheinlich längst überfällig, denn sie wurde sogleich von vielen Nato-Staaten übernommen, um weiterhin am Himmel und Hölle Prinzip teilnehmen zu können. Denn die Zeichen der Zeit standen längst auf 'militärische Einflussnahme'. Die Europäer taten endlich nun auch das, was die USA bereits seit siebzig Jahren im Nahen Osten, in Ländern Afrikas und Lateinamerikas praktizierten: Willfährige Regierungen schaffen mit Ausbeutungsverträgen für die heimischen Unternehmen zur Befriedigung eines nicht autarken Konsums bzw. Lebensstils im eigenen Land. Denn dieser nicht autarke Konsum, dieser Lebensstil, das ist die eigentliche Leitkultur der westlichen Welt. Nicht Demokratie, nein. Nicht Humanismus, nein. Nicht Christentum, nein. Nicht Freiheit, nicht Gerechtigkeit usw. Nicht mal die Säkularisierung. Die Leitkultur der westlichen Welt und damit auch die deutsche, basiert darauf, auf Kosten der anderen zu leben und deren Umwelt zu zerstören. Und diese anderen, sofern sie es schaffen sich trotz der halsabschnürenden Kredite der Weltbank oder des IWF dennoch zu entwickeln, folgen wiederum nur diesem einen Paradigma, diesem westlichen Lebensstil. Und dieser besagt: Getan wird, was lukrativ ist und es ist lukrativer die Katastrophe zu verwalten, anstatt sie zu verhindern.

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